Bankenbranche im Umbruch

Über Jahrzehnte erschien der deutsche Bankenmarkt festgefügt. Private Geschäftsbanken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken teilten sich das Geschäft, jeder mit seinen spezifischen Schwerpunkten. Doch im Zuge des EU-Binnenmarkts, der Globalisierung und der Digitalisierung gilt dies schon länger nicht mehr. Die Bankenlandschaft befindet sich im Umbruch.


Die erste Angriffswelle auf das herkömmliche Banken-Geschäftsmodell startete in den 1990er Jahren mit dem Aufkommen der Direktbanken. Diese boten ihre Leistungen zunächst via Telefonbanking an, mit der Verbreitung des Internets dann zunehmend auch online. Heute ist Online-Banking gang und gäbe.

Unglückliches Agieren in einer Zeit der Veränderungen

Mit der Verwirklichung des EU-Binnenmarktes, der Öffnung Osteuropas und der Globalisierung wurde das Bankgeschäft zudem internationaler. Deutsche Institute – allen voran die Deutsche Bank – agierten nicht nur verstärkt im Ausland, auch umgekehrt traten ausländischer Anbieter erfolgreich am deutschen Markt auf. Die Großbanken-Struktur veränderte sich grundlegend. Die Deutsche Bank versuchte sich als globale Investmentbank – und scheiterte. Die traditionsreiche Dresdner Bank wurde erst von der Allianz, dann von der Commerzbank übernommen und verschwand vom Markt. Die Commerzbank selbst wurde in der Finanzkrise teilverstaatlicht und ist bis heute nicht wirklich erfolgreich. Die HypoVereinsbank hat die italienische UniCredit-Gruppe übernommen.

Sparkassen und Genossenschaftsbanken konnten sich als dezentrale Verbünde am Markt behaupten, leiden aber an ihren (Filial-)Kostenstrukturen und ihrer Schwerfälligkeit. Die Antwort darauf sind Fusionen und – im Vergleich zu Geschäftsbanken noch moderate – Filialschließungen. In den letzten Jahren dringen FinTechs zunehmend in klassische Bankgeschäftsfelder ein. Vermögensverwaltung, Finanzierung, Geldanlagen, Zahlungsverkehr – dafür gibt inzwischen digitale Angebote außerhalb des Bankensektors. Die Kreditinstitute sind oft Nachzügler und machen sich damit angreifbar.

Strategische Antwort gefragt

Eine gefährliche Blöße, denn die Digitalisierung ist wohl die größte Herausforderung für den Bankensektor. Sie macht die Filialpräsenz vor Ort – lange eine Stärke – zur Bürde und die Banken werden als Finanzintermediäre – als Vermittler zwischen Geldangebot und -nachfrage – immer weniger benötigt. Eine schlüssige strategische Antwort darauf fehlt bisher.

Bildmaterial: momius/Fotolia

 
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