Banker sind nicht gerade mutig

Deutsche Kreditinstitute bauen kontinuierlich Arbeitsplätze ab. Die freigestellten Banker sind auf dem bundesdeutschen Arbeitsmarkt nur schwer zu vermitteln. Für die Selbstständigkeit entscheiden sich bisher nur wenige vom Jobverlust bedrohte Mitarbeiter.


Anhaltend hohes Entlassungsrisiko

Deutschlands Bankhäuser sind zum Sparen gezwungen, weil die EZB mit ihrer Nullzinspolitik keine ausreichenden Erträge mehr ermöglicht. Gleichzeitig benötigen sie hohe Summen, um digitalen Herausforderungen gerecht zu werden. Die Deutsche Bank hat sich bereits von 9.000 Mitarbeitern getrennt, Branchenkenner vermuten, dass weitere Freistellungen folgen werden. Knapp 10.000 Stellen fallen bei der Commerzbank weg, beide großen Häuser demonstrieren damit den im gesamten Bankenwesen vorherrschenden Zeitgeist.

Wenig Bereitschaft zu Veränderungen

Wie sogenannte Outplacement-Berater berichten, zeigen die freigesetzten Mitarbeiter wenig Interesse an Eigenständigkeit, obwohl ein neuer Arbeitsplatz schwer zu finden und oft mit Gehaltseinbußen und Standortwechsel verbunden ist. Ein wichtiger Grund hierfür ist die oft vom geforderten Standard abweichende Denkweise der Ex-Banker. Die vermuten in jedem neuen Geschäft eher zusätzliche Risiken, während Industriemanager darin Gewinnchancen erkennen. Zudem kommen sie aus einem hoch regulierten Gewerbe und müssten sich an die Entscheidungsfreiheit in anderen Branchen erst gewöhnen. Diese Aspekte und die mit eigenständiger Arbeit verbundene Ungewissheit resultieren bei Bankmitarbeitern in geringer Veränderungsbereitschaft.

Neuorientierungen erfordern Hintergrundwissen und Mut

Ex-Banker finden leichter in die Selbstständigkeit, indem sie sich über die kommenden Herausforderungen eingehend informieren. Möglichkeiten dazu bietet das Internet mit zahlreichen einschlägigen Webseiten wie beispielsweise Selbstchef.de. Banker finden hier erste Orientierung, da sie mithilfe des kostenfreien Einkommens-Checks diverse Szenarien real durchspielen können.

Letztendlich ist der Mut zum Wechsel, welcher nach einer Phase des Lernens zum Erfolg führt. Dazu gehört aber auch, die Bankkarriere nicht mehr als vermeintliche Sicherheit wahrzunehmen, gleichzeitig muss die Angst vor dem Ungewissen bei eigenständiger Arbeit überwunden werden. Wer den Mut zur Veränderung aufbringt, legt damit den Grundstein für die persönliche Erfolgsgeschichte in verantwortungsvoller und lukrativer Selbstständigkeit.

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