Chinesen besitzen 3% der Deutschen Bank

Die chinesische Unternehmensgruppe HNA kauft für 755 Millionen Euro Aktien der Deutschen Bank. Der Investor vertraut dem Management von Deutschlands größtem Geldhaus und beabsichtigt, das Engagement langfristig in moderatem Umfang auszubauen.


HNA sieht sich als Ankeraktionär

Aktuell hält die auf der chinesischen Insel Hainan ansässige Firmengruppe etwas mehr als drei Prozent der Deutsche-Bank-Aktien. Unter Umständen wollen die Chinesen ihren Aktienanteil auf knapp zehn Prozent aufstocken. HNA beschäftigt weltweit 180.000 Mitarbeiter in den Segmenten Tourismus, Flughäfen und Airlines. Seit 2012 sucht die Unternehmensgruppe verstärkt Beteiligungen an europäischen Airports. In der Bankbranche konnte die HNA bislang keine Erfahrungen machen. Gleichwohl wollen die Chinesen ihr neues Investment im Auge behalten und bei Bedarf Unterstützung anbieten.

Die größten ausländischen Anteilseigner der Deutschen Bank

Das Emirat Katar hält seit einiger Zeit knapp zehn Prozent der Deutsche-Bank-Aktien, eine Aufstockung wurde angesichts der Schwierigkeiten des Instituts zunächst geplant, dann aber verworfen. Etwa ebenso groß ist der Anteil des US-amerikanischen Vermögensverwalters und Investmentmanagers Black Rock. HNA strebt langfristig eine identische Größenordnung seiner Beteiligung an der Deutschen Bank an. Das Institut selbst sieht in der chinesischen Firmengruppe einen langfristig orientierten Investor und begrüßt die Entscheidung zum Aktienerwerb. Inwieweit die Chinesen auf die Unternehmensstruktur der Deutschen Bank Einfluss nehmen werden, ist bislang nicht absehbar.

Ein Lichtblick für die Deutsche Bank?

Bei einer Betrachtung der bisherigen HNA-Beteiligungen wird deutlich, dass die Unternehmensgruppe weitaus größere Anteile fokussiert. So wurde 2016 beispielsweise das Schweizer Unternehmen SR Technics zu 80 Prozent aufgekauft. Weitere Beispiele, die auf umfangreicheres Interesse schließen lassen:

  • Hongkong Express Airways zu 45 Prozent.
  • Die französische Airline Aigle Azur mit 48 Prozent.

Natürlich ist den Chinesen nicht entgangen, dass die Deutsche Bank ihre Altlasten zunehmend bewältigt. Außerdem lassen die rapide steigenden Aktienkurse der jüngsten Zeit auf hervorragende Chancen schließen. Ob sich der chinesische Einstieg auf die Deutsche Bank positiv auswirkt, wird die Zukunft zeigen.

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