Commerzbank macht sich Finanzberater zum Vorbild

Bei der Entscheidung gegen den Ausgabeaufschlag, welcher einer Pauschale weichen soll, fokussierte die Commerzbank den eigenständigen Finanzberater als Vorbild. Das neue Depotmodell steht für unabhängige Bank-Beratung und soll neue Kunden generieren.


Keine Ausgabeaufschläge mehr

Die Commerzbank überrascht mit einem neuen Geschäftsmodell, bei welchem die klassischen Ausgabeaufschläge bei Fonds durch eine Pauschalgebühr ersetzt werden. Die Gebühr in Höhe von 0.9 Prozent (mindestens 90 Euro im Quartal) ersetzt nicht nur das Agio, sondern auch gesonderte Kosten für Transaktionen und Depotführung. Wie die Commerzbank mitteilte, stehen über 100 ausgewählte Fonds für das neue Premium-Depot in Option.

Angesichts der aktuell erzielbaren Renditen hält das Geldhaus Ausgabeaufschläge von drei bis fünf Prozent für nicht mehr gerechtfertigt. Der neue Standard im Wertpapiergeschäft soll auch für Finanzberater Vorteile mit sich bringen.

Finanzberater sollen bei der Fondsauswahl auf Qualität achten

Die Bank will damit dem gewachsenen Misstrauen vieler Kunden begegnen, die oft annehmen, dass institutionelle Finanzberater Fonds nach Höhe des Ausgabeaufschlags selektieren. Die Pauschale soll den Kundeneindruck entkräften und der Bank-Beratung eine gewisse Unabhängigkeit sichern. Der unabhängige Finanzberater diente bereits anderen Kreditinstitutionen als Vorbild, ähnliche Depotmodelle sind auch bei der Targobank, Hypovereinsbank und weiteren Direktbanken im Angebot. Die Idee der pauschalierten Abrechnung wird von der Commerzbank schon seit 2013 verfolgt, da das erste Premium-Depot besser als erwartet angenommen wurde, findet nun eine Ausweitung statt.

Für alle Beteiligten von Vorteil?

Auf den ersten Blick erscheinen die 0.9 Prozent an Gebühren nicht besonders günstig, da jedes Jahr noch eine Fonds-Bestandsprovision hinzuaddiert werden muss. Bei genauerer Betrachtung fahren Anleger allerdings deutlich besser, als wenn die eigenen Kundenberater die Fondsportfolios bei vollem Ausgabeaufschlag drehen würden. Letztendlich ist jedoch für Kunden wichtig, dass die bei der Commerzbank erteilte Finanzberatung regelmäßig und qualitativ hochwertig ist. Wenn die Pauschale keine umfassende Depotbetreuung beinhaltet, wäre sie eindeutig zu hoch. Die Commerzbank hofft, mit dem neuen Depotmodell 2017 weitere 500.000 Privatanleger für sich gewinnen zu können.

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