Das nächste Landesbank-Desaster

Der NordLB soll nach dem Willen der Landesregierung von Niedersachsen mit öffentlich-rechtlichen Mitteln geholfen werden. Das Angebot des US-Investors Cerberus wurden vom Landeskabinett zunächst begründet abgelehnt, später jedoch überraschend einbezogen.


Finanzspritze aus dem Sicherungstopf der öffentlich-rechtlichen Häuser

Die unterkapitalisierte Landesbank benötigt noch in diesem Monat etwa 3,5 Milliarden Euro, um die Anforderungen der BaFin zu erfüllen. Vom Land Niedersachsen soll die NordLB dazu etwa 2,5 Milliarden erhalten, der Deutsche Sparkassenverband wird voraussichtlich 1,2 Milliarden Euro beisteuern. Entnommen werden soll der überwiegende Teil dieser Summe dem Sicherungssystem der öffentlich-rechtlichen Institute. In den nächsten Wochen werden weitere Details zur Unterstützung der NordLB ausgearbeitet, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht muss dem Vorhaben zustimmen.

Neuausrichtung geplant

Mit 59 Prozent ist das Land Niedersachsen der erstrangige Eigentümer der Landesbank Nord. Der niedersächsische Sparkassenverband hält 26 Prozent der Anteile, jeweils 5 Prozent gehören dem Land Sachsen-Anhalt sowie den Sparkassenverbänden von Mecklenburg und Sachsen-Anhalt.

Über die Kapitalversorgung hinaus wurde eine Sanierung der NordLB beschlossen. Die Bilanzsumme soll erheblich sinken, auf mindestens 14 Prozent anwachsen soll hingegen die Eigenkapitalquote. Die Landesregierung sieht in der Sanierung mit öffentlich-rechtlichen Geldern die beste Möglichkeit zur Lösung des Problems. Das Engagement von Cerberus wurde vom Landeskabinett zunächst wegen damit verbundener Folgekosten abgelehnt. Das Land muss unter anderem 1,5 Milliarden Euro an Pensionsverpflichtungen für die Bankmitarbeiter übernehmen.

Neuesten Meldungen zufolge will das Land nun notleidende Schiffskredite in Höhe von 2,7 Milliarden Euro an die Verwertungsgesellschaft Cerberus verkaufen. Damit wird die Belastung Niedersachsens durch die Sanierung der Landesbank Nord von 2,5 auf 1,5 Milliarden Euro sinken. Aktuellen Informationen entsprechend, soll der Verkauf nicht zu einer direkten Beteiligung von Cerberus an der NordLB führen.

Entlassungen beschlossen

Die Gründe für das Problem der NordLB sind Schiffskredite in Höhe von sieben Milliarden Euro, die aufgrund der anhaltenden Flaute nicht mehr bedient und zurückgezahlt werden können. Damit die Sanierung mit frischem Geld wieder Zukunftsperspektiven eröffnen kann, sollen die im Portfolio verbleibenden Papiere zeitnah ausgelagert werden. Von den aktuell 6.000 Mitarbeitern der Landesbank müssen wahrscheinlich 2.000 mit Kündigung rechnen. Zweitausend arbeitslose Banker könnten für Niedersachsen in der Tat ein neues Landesbank-Desaster bedeuten, auch wenn das Institut wieder auf soliden Beinen steht.

Bildmaterial: momius@fotolia

 
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