Demographie kostet Banken Kunden

Angesichts der demografischen Entwicklung Deutschlands werden die heimischen Banken innerhalb der kommenden Jahrzehnte Millionen von Kunden verlieren. Einer aktuellen Studie des Instituts für Management- und Wirtschaftsforschung IMWF sind davon alle Altersgruppen unterhalb von 60 Jahren betroffen.


Deutschen Banken wachsen kaum noch Kunden nach

Dass die deutsche Gesellschaft in den kommenden Jahrzehnten spürbar überaltert, ist für die nationalen Institute eine größere Gefahr als die Fintech-Konkurrenz oder unzufriedene Kundschaft. Das in Hamburg ansässige Institut für Management- und Wirtschaftsforschung IMWF prognostiziert den Banken für die kommenden Jahrzehnte schwindende Marktpotenziale. Der Grund: In allen Altersklassen reduzieren sich die potenziellen Kunden bis 2050 dramatisch, nur die Zahl der über 60-jährigen Bankkunden nimmt zu. Auf die Älteren sind die Geldhäuser allerdings nur unzureichend eingestellt.

Girokonten alleine reichen nicht

Die demografische Entwicklung wird den Banken auch die geringen Erträge bei den Kontoführungsgebühren reduzieren. Laut der IMWF-Studie soll sich die Anzahl der deutschen Arbeitnehmer mit Girokonto bis 2050 um knapp neun Millionen verringern. Einziger Lichtblick: die Anzahl, der über 60-jährigen Privatkunden mit Girokonto steigt bis dahin um eine halbe Million.

Genau dieser Altersgruppe bringt das deutsche Bankenwesen bislang jedoch sehr wenig Interesse entgegen. Kreditaufnahmen sind selten und nur mit enormen Sicherheitsleistungen möglich, auf Senioren zugeschnittene Anlageprodukte bilden eher die Ausnahme als die Regel.

Die Zielgruppe wird immer wichtiger

Banken müssen sich aufgrund demografischer Tatsachen besser auf die Bedürfnisse von Senioren einstellen. Die benötigen aufgrund steigender Lebenserwartung sowie gleichzeitig fallenden Renten vergleichsweise risikolose Finanzprodukte, um den bisherigen Lebensstandard einigermaßen zu halten. Dabei gilt es, seit Jahrzehnten vorherrschendes Misstrauen gegenüber den Älteren gegen zeitgemäßen Optimismus einzutauschen.

Es kann beispielsweise nicht sein, dass einem 60-Jährigen ein Darlehen verweigert wird, weil er das Ende des Vertrags unter Umständen nicht mehr erlebt. Die Banken sollen deswegen nicht mehr Risiko auf sich nehmen, aber im Zusammenspiel mit dem Gesetzgeber passende Sicherungssysteme erstellen. Der langfristige Erfolg deutscher Geldhäuser hängt auch davon ab, wie überzeugend sie diese Zielgruppe im Privatkundengeschäft ansprechen.

Bildmaterial: rido©/Fotolia

 
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