Der neue Trend: Echte ETF

Nicht nur im Aktiensegment, auch im Rentenbereich geht der Trend bei börsennotierten Indexfonds zunehmend zum echten ETF. Gemeint ist damit die physische Replikation, und die ist bei Rentenpapieren wesentlich komplizierter.


Synthetisch oder echt?

Indexfonds sind bei Anlegern sehr beliebt, weil sie leicht verständlich, transparent und kostengünstig die Teilnahme an den Finanzmärkten ermöglichen. Einigen Marktteilnehmern ist jedoch immer noch nicht bewusst, dass es zwei Arten von ETF gibt. Bei einem physisch replizierenden Indexfonds sind alle im Index enthaltenen Papiere Bestandteile des Wertpapierkorbs. Bei dem synthetischen Gegenstück garantiert der Swappartner mit beliebigen Papieren den Wert des Portfolios. Aktuellen Marktdaten entsprechend ziehen Indexfonds-Anleger nun auch im Rentensegment die physisch replizierende Variante vor. Anbieter wie die Deutsche Bank Tochter reagieren mit Umstellung der lancierten Indexfonds.

ETF der Marke X-Trackers bald weitgehend physisch replizierend

Die DB-Tochter begann bereits im September, den überwiegenden Teil ihrer Renten-ETF auf die physische Replikation umzustellen. Von der Umstellung sind Indexfonds auf amerikanische und europäische Staatsanleihen ebenso tangiert wie auf in Euro denominierte Unternehmensanleihen. Insgesamt wird die Replikationsmethode bei mehr als 70 Prozent der hauseigenen Indexfonds auf Aktien und Rentenpapiere geändert. Die Tochter der Deutschen Bank folgt damit einem Trend, der vom amerikanischen Marktführer Black Rock (iShares) entfacht wurde. Das Unternehmen hatte zuerst mit der physischen Replikation der Rentenindexfonds begonnen.

Mehr Aufwand als beim Aktien-ETF

Dass die physische Replikation von Indexfonds auf Anleihen erheblich aufwändiger ist, liegt einerseits daran, dass Festverzinsliche mit sehr unterschiedlichen Laufzeiten behaftet sind. Andererseits setzen sich Rentenindizes meist aus unzähligen Einzelbonds zusammen. Da die exakte Replikation von Indexfondsportfolios mit Anpassungsaufwand und Transaktionskosten verbunden ist, wird sie von Experten für suboptimal gehalten. Dazu kommt, dass am Markt illiquide Bonds nicht immer ausreichend verfügbar sind.

Das unabhängige Forschungsinstitut ETFGI hat zum Thema Indexfonds in Europa eine aktuelle Statistik veröffentlicht. Demnach lagen zum Juli 2016 115 Milliarden Dollar in synthetisch replizierten ETF, knapp 400 Milliarden Dollar befanden sich in Indexfonds mit physischer Replikation.

Bildmaterial: ©phongphan5922/Fotolia

 
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