Deutsche Bank - immer noch ein Problem

Nach einigen Monaten ohne negative Meldungen zeigte sich beim Veröffentlichen der Zahlen des vergangenen Geschäftsjahres, dass die Deutsche Bank immer noch problematisch aufgestellt ist. Die enttäuschenden Daten ließen den Kurs der Bankaktie um gut sieben Prozent fallen.


Analysten sehen in der Deutsche-Bank-Aktie erhebliche Risiken

In den vergangenen Monaten verblassten die Erinnerungen bezüglich der Situation von Deutschlands größtem Geldhaus. Anstehende Rechtsstreitigkeiten wurden einvernehmlich geklärt und die Aktie des Hauses legte gut 50 Prozent zu. Kritiker vermuten hinter der guten Performance allerdings Spekulationen auf lukrative Gewinne in den Vereinigten Staaten, weil der neue Präsident eine Deregulierung des Investmenthandels in Aussicht gestellt hat.

Die Analysten vor Ort teilen diesen Optimismus allerdings nicht, sie beurteilten die weitere Entwicklung der Bankaktie übereinstimmend negativ. Gleichwohl empfiehlt nur die Hälfte der Experten den zeitnahen Verkauf des Wertpapiers, die anderen 50 Prozent raten den Aktionären abwarten und halten. Der Aktienwert soll sich langfristig auf etwa 15 Euro einpendeln, ausschlaggebend für den aktuellen Abwärtstrend waren unter anderem die Verluste, welche doppelt so hoch wie erwartet ausfielen. Für die Analysten ist die Aktie des Bankhauses aus mehreren Gründen problematisch.

Viele offene Fragen

Bei der Datenveröffentlichung ließ die Deutsche Bank ihre Zukunftspläne ebenso im Unklaren wie die zukünftige Strategie. Es wurde lediglich deutlich, dass die Neuorientierung nicht von radikalen Schritten begleitet sein wird. Die Entscheidungsträger ließen viele Fragen der Aktionäre unbeantwortet, dazu zählt das Thema Dividende gleichermaßen wie eine im Raum stehende Kapitalerhöhung. Klarheit darüber soll erst auf der Hauptversammlung im Mai geschaffen werden.

Neben den ungewissen Zukunftsaussichten störten sich die Analysten an der zu geringen Profitabilität der Deutschen Bank, welche ebenso wie der Überschuss erheblich niedriger ist als bei amerikanischen Mitbewerbern.

Letztendlich muss die Deutsche Bank so schnell wie möglich kosteneffizient werden, um die Erträge langfristig auf internationales Niveau anzuheben. Und das geht nur mit stärkerem Ausbau des digitalen Bankings, welches allerdings zu weiterem Mitarbeiterabbau führen dürfte.

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