Die Digitalisierung wird weiter Jobs kosten

Seit der Jahrtausendwende verlor in Deutschland jeder dritte Banker seinen Job durch die Digitalisierung. Die Entwicklung hat ihren Höhepunkt noch nicht erreicht, neue Arbeitsplätze entstehen durch den digitalen Wandel kaum.


Schon fast 200.000 Stellen abgebaut

Im Jahr 2000 waren im deutschen Bankgewerbe noch 775.000 Mitarbeiter beschäftigt, 2017 bestanden in der Branche lediglich 586.000 Jobs. 188.000 Banker wurden durch den digitalen Wandel überflüssig. Die Finanzkrise 2008 war nur teilweise für den Stellenschwund verantwortlich, es geht der Branche vielmehr um Profitabilität, die durch sinkende Kosten optimiert werden soll. Einer aktuellen Umfrage entsprechend, geht der massive Stellenabbau in den kommenden Jahren weiter. Arbeitsplätze sind nicht mehr sicher und gleichzeitig wird für gut verdienende Banker der Kündigungsschutz eingeschränkt.

Die Angst geht um

Seit vielen Jahren wird der digitale Wandel im Bankgewerbe den Beschäftigten als Chance verkauft. 2017 glaubten nur 31 Prozent der Angestellten an eine Gefahr für ihre Jobs. Mittlerweile sieht jeder zweite Banker die Digitalisierung als existenzielle Bedrohung an. Indes bleibt ein Teil der Mitarbeiter unverändert optimistisch: 25 Prozent glauben auch jetzt noch, dass der digitale Wandel Verbesserungen mit sich bringt. Genau genommen vertrauen sie auf die Versprechen ihrer Arbeitgeber. Die behaupten seit Jahren, dass die Digitalisierung viele neue Jobs bringen wird. Doch die Mehrheit der Banker teilt diesen Optimismus nicht und sucht nach Auswegen.

Nur sehr wenig neue Arbeitsplätze

Der Arbeitgeberverband für Privatbanken AGV teilte mit, dass im Umfeld jeder Bank neue Jobs im IT-Bereich entstehen. Das Problem: Ein neu eingestellter Mathematiker oder Techniker betreut künftig Maschinen, die zuvor mehr als 10 Banker überflüssig gemacht haben. Trotzdem wird die Digitalisierung als unverzichtbar dargestellt. Die immer größer werdende Zahl der Kritiker verstünde die damit verbundenen Chancen und Herausforderungen nicht, so der AVG. Ganz Unrecht hat der Verband nicht, denn angesichts der zunehmenden Digitalisierung werden einige Spezialisten für Regulierung sowie die Kontrolle von Maschinen und Nutzern gebraucht.

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