Bafin: Geeignetheitsprüfung unbefriedigend angewandt

Die Umsetzung der Mifid-II-Anforderungen hat die BaFin bei 40 Banken und Sparkassen unter die Lupe genommen. Während die Telefonaufzeichnung weitestgehend funktioniert, wenden fast alle Institute die Geeignetheitsprüfung nur unzureichend an.


Gegenwärtige Praxis ohne Mehrwert

Neun von zehn Geeignetheitsprüfungen sind bei Banken und Sparkassen nicht vollständig. Zu dem Ergebnis kommt die BaFin nach einer Untersuchung, welche auf die Umsetzung der Mifid II Richtlinie fokussiert war. Aus den Geeignetheitserklärungen geht zudem hervor, dass die 40 befragten Häuser in nur 11,3 Prozent Kundenvorgaben mit Produkteigenschaften vergleichen, bevor es zu Empfehlungen kommt. Unter die Kundenvorgaben fallen Kriterien wie vorhandene Erfahrungen und Kenntnisse, erwogene Anlagedauer, vorhandene Risikobereitschaft sowie die Tragfähigkeit bei eventuellen Verlusten. Jede zweite Geeignetheitserklärung gleicht die aufgezählten Aspekte nur unvollständig mit den Produkteigenschaften ab. Die Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin bemängelt bei der aktuellen Verfahrensweise den fehlenden Mehrwert für anlegende Kunden.

Anlageempfehlungen ohne Begründung

Kunden, die sich von Banken bezüglich ihrer Geldanlagen beraten lassen möchten, bekommen oft Empfehlungen, denen es an Begründungen mangelt. Bankberater können nur in den wenigsten Fällen hinreichend vermitteln, warum sie bestimmte Produkte empfehlen und andere außen vor lassen. Bei vielen Beratungen bekommen die Kunden noch nicht einmal einen vollständigen Überblick bezüglich des Empfehlungs-Inhalts. Vielmehr sind knapp 40 Prozent aller geprüften Geeignetheitserklärungen auf pauschale Standardformulierungen ohne informativen Gehalt aufgebaut. Anlageempfehlungen ohne sachliche Begründung bringen Kunden gerade in einem schwierigen Umfeld nicht weiter und können zu Fehlentscheidungen führen.

Weitere Schwachstellen

Die BaFin hat bei der Auswertung der vorliegenden Geeignetheitserklärungen bei vereinzelten Vertriebsfirmen Defizite in der Produktführung festgestellt. Insbesondere wurden nicht definierte und unzureichend abgeglichene Zielmärkte bemängelt. Aus Sicht der BaFin führen derartige Mängel zu Anlageempfehlungen mit bedenklichen Geeignetheitserklärungen. Der Fehler, so die Finanzdienstleistungsaufsicht, liege nicht in der Anlageempfehlung allein, sondern beginne bereits bei der Aufnahme eines Anlage-Produkts in den Vertrieb. Bei der Anwendung der Geeignetheitserklärung besteht nach Ansicht der Bundesanstalt bei Banken und Sparkassen noch immer erheblicher Optimierungs-Bedarf.

Bildmaterial: kamasigns-fotolia

 
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