Eigenkapital bei Banken

Indem Banken mehr Eigenkapital vorhalten, sind sie besser gegen Krisen gewappnet. Die Eigenkapitalvorschriften werden derzeit international verhandelt und dagegen wehren sich die Geldhäuser Europas. Ein Streitpunkt ist die Risikoermittlung in Bilanzen.


Basel III – Verhandlungen ohne Aussicht auf Einigung

Die Bankenregulierung Basel III hat zum Ziel, durch konsequentere Regulierung zukünftige Finanzkrisen zu verhindern. Bei den aktuellen Verhandlungen stehen zwei Fragen im Fokus der Teilnehmer:

  • Inwieweit tragen Regulierungen zur Sicherheit der Verbraucher bei?
  • In welcher Höhe sollen Banken mit Eigenkapital für selbst verursachte Verluste geradestehen?

Zur ersten Frage hat die amerikanische Regierung bereits erkannt, dass übermäßig viele Regulierungen die Banken am Erwirtschaften notwendiger Gewinne hindern, derzeit werden bestehende Vorschriften überprüft und verringert. Die zweite Frage will Basel III mit einheitlichen Mindestkapitalvorschriften lösen. Die Initiatoren verwenden zur Berechnung einen Standardansatz, während die Geldhäuser mit hausinternen Modellen das erforderliche Eigenkapital nach Möglichkeit herunterrechnen.

Ein Kompromiss soll Einigkeit bringen

Den Banken ist es durch die Baselregulierung freigestellt, die erforderliche Eigenkapitalhöhe mit verschiedenen Ansätzen zu berechnen. Da den meisten Instituten der Standardansatz zu hoch erscheint und der Basler Ausschuss den internen Berechnungsmodellen kritisch gegenübersteht, steht nun eine dritte Vorgehensweise in Option:

  • Angenommen, eine Bank soll dem Standardansatz entsprechend eine Milliarde Euro Eigenkapital vorhalten.
  • Nach hausinternen Berechnungen kommt das Institut aber nur auf die Summe von 600 Millionen Euro.
  • Der Kompromiss des Basler Ausschusses trägt die Bezeichnung “Floor Faktor”, er würde die Untergrenze des erforderlichen Eigenkapitals dann auf 750 Millionen Euro anheben.

Banken lehnen die 75-Prozent-Quote entschieden ab

Die Geldhäuser Europas möchten ihre Geschäfte mit möglichst wenig eigenem Kapital betreiben, und wehren sich daher gegen den Kompromiss des Basler Ausschusses. Beim Gipfel G-20 in der Hansestadt Hamburg soll das Thema weiter erörtert werden, doch Experten erwarten auch hier keine Einigung. Die deutschen Institute haben sich im Vorfeld des Events bereits mit der Regierung in Berlin verständigt, der gefundene Konsens liegt bei einer Untergrenze, die weit vom Kompromiss des Basler Ausschusses entfernt ist.

Bildmaterial: fotolyse@fotolia

 
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