Einordnung des Corona-Crash

Die Corona-Krise hat in den letzten Wochen zu dramatischen Abstürzen an den Aktienmärkten geführt. Der DAX hat binnen weniger Wochen fast 40 Prozent an Wert verloren, bei anderen Börsen sieht es nicht viel anders aus. Wie ist der Corona-Crash einzuordnen?


Noch steht nicht fest, ob bei den Kursverlusten bereits der Tiefpunkt erreicht ist oder ob es weiter abwärts geht. Das hängt maßgeblich von der weiteren Entwicklung der Epidemie ab. Klar ist schon, dass der Corona-Crash zu den heftigsten Börseneinbrüchen der letzten 100 Jahre gehören dürfte.

Sechs vergleichbare Crashs in über 100 Jahren

Blickt man zurück, lassen sich – bezogen auf den US-Aktienmarkt, für den die längsten Zeitreihen vorliegen – sechs Ereignisse von ähnlicher Dimension feststellen. Zwei stehen in Zusammenhang mit den beiden Weltkriegen, beim ersten Weltkrieg gefolgt von der letzten großen Pandemie – der spanischen Grippe. Den schlimmsten Niedergang erlebten die Börsenkurse infolge des “Schwarzen Freitags” 1929. Hier kumulierten sich die Verluste auf fast 80 Prozent. Nach dem 2. Weltkrieg markierten die Ölkrise 1973, die Dotcom-Blase um die Jahrtausendwende und die Finanzkrise 2007/8 die heftigsten Verwerfungen.

Das Beruhigende: trotz dieser “Abstürze” rechnen sich Aktien auf lange Sicht und sind anderen Aktienklassen überlegen. Betrachtet man die realen Renditen der wichtigsten Anlageklassen im Zeitraum 1900 bis 2019, liegen Aktien mit einer durchschnittlichen Rendite von 5,2 % p.a. eindeutig vorne. Wohnimmobilien haben 2,5 % erwirtschaftet, Staatsanleihen 2,0 %, andere Asset-Klassen performten schlechter. Auch Corona dürfte daran nichts ändern, irgendwann wird auch diese Krise überwunden sein. Und spätestens dann werden sich die Kurse wieder erholen.

Kein Grund für überstürztes Handeln

Es gibt daher wenig Anlass, Corona-bedingt etwas an der Anlagestrategie zu ändern. Für Aktienbesitzer ist vor allem Durchhalten und Geduld angesagt. Wer jetzt verkauft, realisiert nur Verluste. Wer zukauft, handelt spekulativ. Das kann sich auszahlen, aber man sollte sich des damit verbundenen Risikos bewusst sein.

Bildmaterial: eyetronic-Fotolia

 

 
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