“Europa braucht mehr Zusammenschlüsse von Banken”

Markus Schenk vertritt als zweiter Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank die Ansichten seines Chefs John Cryan. Demnach gibt es in Europa zu viele Banken und zweimal mehr Bankangestellte als unbedingt nötigt.


Auf Übernahmen vorbereitet

Die auf den Kontinent ausgerichtete Vision soll in Deutschland ihren Anfang nehmen. Nachdem Altlasten beseitigt und Liquidität gestärkt wurden, nimmt die Deutsche Bank den digitalen Wandel in Angriff. John Cryan deutete bereits im Vorjahr an, die Zahl der Angestellten halbieren zu wollen, und er empfahl diese Strategie allen großen Geldhäusern in Europa. Gleichzeitig schaut das Institut nach Mitbewerbern in Schieflage, die sich mehr oder weniger freiwillig übernehmen lassen.

Brauchen wir einen großen Markt?

Aus Sicht der Deutschen Bank ist ein großer europäischer Bankenmarkt unverzichtbar. Zur Begründung verweist Markus Schenk auf die USA, wo es einen einheitlichen Finanzmarkt und daher erfolgreiche Geldhäuser geben soll. Damit unterscheiden sich die Vereinigten Staaten jedoch kaum von Deutschland. Auch bei uns ist der Finanzmarkt einheitlich aufgestellt und die hier agierenden Institute können mit soliden Erträgen bestehen. Herr Schenk träumt von Größe, die er mit Profitabilität gleichsetzt und er unterstützt die politische Idee eines europäischen Superstaats mit Zentralregierung sowie wenigen, aber systemrelevanten Bankhäusern. Warum der britische Abschied aus der EU den Wettbewerb an den Finanzplätzen verschärfen sollte, konnte oder wollte er nicht erklären.

Globaler Wettbewerb

Die Deutsche Bank will ihre führende Position in Deutschland behalten und gleichzeitig ein erfolgreicher Spieler auf globaler Ebene sein. Ein Rückblick auf die letzten drei Jahre müsste allerdings zu völlig anderer Ausrichtung führen, denn alle spürbaren Verluste erwirtschaftete die Deutsche Bank auf anderen Kontinenten. 2017 musste das Institut einen Verlust von 1.5 Milliarden Euro hinnehmen, weil es auf die langfristig bekannte Steuerreform von Präsident Trump nicht rechtzeitig in angemessener Weise reagierte. Gewinne auf dem heimischen Markt reduzierten die Einbußen zum Glück erheblich.

Unabhängig davon müssen sich alle Banker schnellstmöglich auf eine neue Entlassungswelle vorbereiten, die kommt bei den von der Deutschen Bank angeregten Fusionen unweigerlich auf sie zu.

Bildmaterial: momius-fotolia

 
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