EZB fordert Banken-Ausleseprozess

Aus Sicht der Europäischen Zentralbank gibt es in Deutschland zu viele Finanzinstitute, daher sei ein Ausleseprozess erforderlich. In diesem Kontext stellt die EZB zudem fest, dass die Erträge der Banken zu gering sind.


Wie viele Banken benötigt ein Land mit 83 Millionen Einwohnern?

Die Europäischen Zentralbank EZB hat die deutschen Geldhäuser offenbar gezählt und 1.600 Institute gefunden. Da den Zentralbankern die Anzahl zu hoch erscheint, drängen sie auf einen zeitnahen Ausleseprozess und fordern darüber hinaus eine Konsolidierung, also eine Festigung des verbleibenden Bestands. Zum besseren Verständnis: 1.600 Finanzinstitute für 83 Millionen Einwohner bedeutet, dass eine Bank ihre Dienste für etwa 53.000 Deutsche zur Verfügung stellt.

Die Geldhäuser sollen überdies ihre Dienstleistungspreise anheben

Die EZB richtete diese Forderung nicht direkt an die Institute, sondern wandte sich an deren Kunden. Die müssten sich bei allen Bankdienstleistungen auf steigende Gebühren einstellen. Der Grund: Die Häuser bieten ihre Services derzeit besonders günstig an und das könne bei vielen Angeboten nicht länger so bleiben.

Die Zentralbanker wissen sehr wohl, dass die Preisgestaltung der Banken nicht in ihren Aufgabenbereich fällt, daher wird die Forderung in eine allgemeine Feststellung verpackt. Demnach müssten grundsätzlich angemessene Preise für gute Dienstleistungen entrichtet werden. Kostenfreie Dienste könne es dauerhaft keinesfalls geben.

Banken verdienen zu wenig und geben zu viel aus

Die EZB wirft den deutschen Banken vor, kostenintensive Filialnetze zu unterhalten. Die Niederlassungen könnten sich die Geldhäuser nicht leisten, weil sie mit zu niedrigen Gewinnspannen arbeiten würden. Kredite würden sehr günstig und manchmal eben zu günstig ausgereicht und das würde in Kombination mit kostenfreien Dienstleistungen an den Erträgen zehren.

Bei allem Respekt vor der Europäischen Zentralbank muss in diesem Zusammenhang auf einen wichtigen Aspekt aufmerksam gemacht werden. Wer hat denn mit dauerhaft niedrigen Zinsen den Banken das Kerngeschäft erschwert oder gar unmöglich gemacht? Das war doch genau die Institution, die jetzt dem deutschen Bankenwesen tief greifenden Wandel auferlegen will.

Bildmaterial: cpn@fotolia

 
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