Bezahlen in Corona-Zeiten

Bislang galten die Deutschen als Volk von Barzahlern – allen elektronischen Möglichkeiten zum Trotz. Anders als zum Beispiel in Skandinavien stieß bei uns noch jeder Versuch, die Nutzung von Banknoten und Münzen zu begrenzen, auf heftigen Widerstand.


Die vergangenen Wochen des Corona-Stillstands haben jetzt womöglich ein Umdenken eingeleitet. Kontaktloses Bezahlen, das vor Corona eher verhalten angenommen worden war, ist fast ein Renner geworden und auch sonst weiß mancher inzwischen die Möglichkeit des Zahlens ohne Bargeld zu schätzen – selbst bei kleinen Summen.

Bargeldlos senkt Infektionsrisiko

Man könnte fast von einem Trend weg vom Bargeld sprechen. Da Noten und Münzen zwangsläufig durch viele Hände gehen, ist das Ansteckungsrisiko theoretisch größer als bei Karten oder Smartphones, die nur “in einer Hand” ist. Auch wenn von Experten eine Virusübertragung über Bartransfers eher als gering angesehen wird, die Furcht – oder positiv ausgedrückt das Sicherheitsbedürfnis – treibt weg vom Bargeld.

Die Zahlungsanbieter haben in den letzten Wochen manches getan, um bargeldloses Zahlen noch “hygienischer” zu machen. So wurden vielfach die Limits für Kartenzahlung ohne PIN-Eingabe von 25 Euro auf 50 Euro erhöht, um Terminals seltener nutzen zu müssen. Noch “reiner” ist das Bezahlen mit elektronischen Wallets via Smartphone. Viele Bundesbürger verzichten aber auch nach Wiedereröffnung der Geschäfte gleich auf Einkäufe im stationären Handel und weichen stattdessen verstärkt auf E-Commerce aus. Bestellen und elektronisch zahlen von zu Hause ist in Corona-Zeiten die ganz sichere Shopping-Variante.

Nicht nur Freude bei Zahlungsdienstleistern

Zahlungsdienstleister könnten damit zu den Gewinnern der Corona-Krise gehören, wären da nicht auch Schattenseiten. Die Grenzschließungen und das vorläufige Ende des internationalen Reiseverkehrs brachten grenzüberschreitende Bezahlvorgänge fast zum Erliegen. Die sind aber eine besonders wichtige Ertragsquelle wegen der Gebühren für die Währungsumrechnung. Das Geld fehlt jetzt für Investitionen in noch einfachere Authentifizierung, bequemere Abwicklung und komplett digitale Prozesse. Ob das den Trend weg vom Bargeld bremst – man wird sehen.

 

Bildmaterial: weyo/Fotolia

 

 
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