Goldene Zeiten sind vorbei

Auch 2016 machte die Deutsche Bank Verluste in Milliardenhöhe, das Institut plant daher eine Neuorientierung, welche Sparmaßnahmen selbst für die Führungsebene mit sich bringen. Die guten Zeiten sind fürs Erste vorbei.


Ein Bankhaus stellt sich für die Zukunft auf

Dazu werden auch die Gehälter leitender Mitarbeiter zusammengestutzt, weiterhin gut verdienen Personen in wichtigen Positionen, sofern sie der Deutschen Bank wirklich nützlich waren. Allein dem Vorstand anzugehören, garantiert keine Spitzengage mehr. Vor allem die in der Öffentlichkeit oft kritisierten Bonuszahlungen wurden angesichts der Milliardenverluste um fast 80 Prozent reduziert. Von den einstmals gezahlte 2.4 Milliarden sollen 2017 nur noch 500 Millionen auf der Agenda stehen.

Auch an den gewöhnlichen Mitarbeitern geht der Sparkurs nicht spurlos vorbei, 10.000 oder mehr mussten bisher mit Freistellung rechnen. In der Tat sind von den insgesamt knapp 100.000 Angestellten nur gut 5.500 der Deutschen Bank wirklich wichtig. Und diese Unverzichtbarkeit drückt sich in Jahresgehältern von 100.000 Euro pro Person zuzüglich Aktienanteile in gleicher Höhe aus. Ab 2022 soll es für diesen Mitarbeiterkreis wieder Sonderzahlungen von durchschnittlich 200.000 Euro pro Angestellten geben.

Geplante Kapitalerhöhung

Die Deutsche Bank will Aktien im Wert von acht Milliarden Euro emittieren. Deutschlands größtes Geldhaus rüstet sich damit für die Zukunft, das frische Geld soll neu geplanten Strategien und damit notwendigem Wachstum zum Erfolg verhelfen. Vorstände müssen sich 2017 mit Gehältern in einstelliger Millionengröße zufriedengeben, die maximale Gehaltsauszahlung wird auf 9,85 Millionen Euro festgesetzt. Die von der Bank zurückgehaltenen Boni für die ehemaligen Chefs Ackermann und Jain bleiben weiterhin in den Tresoren des Instituts, es handelt sich dabei immerhin um 30 Millionen Euro.

Die Deutsche Bank trennt sich jetzt doch nicht von der Tochter Postbank, angesehene Wirtschaftsjournalisten vermuten darin eine Wiederentdeckung der nationalen Aufgabe. Die Bank selbst begründet den Entschluss jedoch mit zu niedrigem Verkaufserlös. Alles in allem sieht es so aus, als ob sich Deutschlands führendes Geldhaus gesundschrumpft, um danach wieder neue Höhen zu erklimmen.

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