Grenzen der Vermögensverwalter

Vermögensverwalter beklagen wenig zahlungsbereite Kundschaft und niedrige Erlöse, einige trennen sich sogar von Kunden mit vergleichsweise geringem Vermögen. Die Verwalter möchten optimale individuelle Betreuung sicherstellen und müssen dabei ihre Kosten decken.


Unabhängige Vermögensverwalter rechnen vor

Das Vermögen eines Mandanten sollte mindestens eine halbe Million Euro betragen. Daraus errechnet sich bei der branchenüblichen Vergütung von 1.2 Prozent eine Jahresgebühr für den Verwalter von 6.000 Euro. Der erteilt dafür individuelle Beratung, welche mit Aufwand verbunden ist und muss zudem den aus der Regulierung entstehenden Kosten gerecht werden. Bei einer Aufwandsentschädigung von monatlich 500 Euro stoßen viele Verwalter an die Grenzen ihrer Möglichkeiten.

Vermögensverwaltung auch bei kleineren Geldbeträgen

Nicht wenige Vermögensverwalter übernehmen auch Mandate von Kunden, die lediglich über Beträge zwischen 50.000 und 100.000 Euro verfügen. Hier kann jedoch kaum individuelle Betreuung erwartet werden, vielmehr ist meist von einer standardisierten Beratung und dem Anbieten von Fonds auszugehen.

Auch standardisierte Dienstleistungen müssen in der Vermögensverwaltung bezahlt werden. Wenn der Verwalter nicht von seinem Kunden entlohnt wird, muss er die Vergütung beim Produktanbieter suchen. Einige Vermögensverwalter betätigen sich nicht nur als Berater, sondern auch als Emittenten. Dies erfordert vom Fondsaufleger zeitgemäße Transparenz und vom Kunden ein gewisses Maß an Finanzkenntnissen.

Das Geschäft der Vermögensverwaltung ist in der Bundesrepublik besonders stark umkämpft. Kunden könnten ihrem Vermögensverwalter viel Aufwand und sich selbst erhebliche Kosten ersparen, wenn sie ihre Finanz- und Wirtschaftskenntnisse optimieren würden.

Unabhängige Vermögensverwalter streben höhere Marktanteile an

Derzeit wird die Vermögensverwaltung immer noch hauptsächlich von Kreditinstituten jeder Größenordnung angeboten. Daneben gelingt jedoch immer mehr unabhängigen Verwaltern mit eigener oder “geliehener” Bafin-Lizenz die Etablierung am Markt. Mit letzterem ist die Ausübung als Vermögensverwalter unter einem Haftungsdach gemeint. Von den 450 eigenständigen Vermögensverwaltern sind etwa 50 Prozent in einem Verband organisiert. Diese erreichen mit einem verwalteten Gesamtvermögen von 70 Milliarden Euro einen aktuellen deutschen Marktanteil von 2.5 Prozent. Angestrebt ist jedoch ein mindestens vierfacher Wert, welcher aber angesichts geringer Wechselbereitschaft seitens der Kundschaft nicht leicht zu erreichen sein dürfte.

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