Hamburger Volksbank schließt Filialen

Der Corona-Lockdown hat manchem Bankvorstand vor Augen geführt, wie verzichtbar viele Filialen sind. Trotz geschlossener Zweigstellen lief das Geschäft mit nur mäßigen Beeinträchtigungen weiter. Es überrascht daher nicht, wenn nach Ende des Lockdowns etliche Filialen dauerhaft zu bleiben.


Ein drastisches Beispiel dafür liefert aktuell die Hamburger Volksbank. Mit einer Bilanzsumme von rund 3,5 Mrd. Euro gehört sie zu den größeren Genossenschaftsbanken. Bisher war sie mit 28 Filialen im Hamburger Stadtgebiet vertreten. Während des Corona-Stillstands wurden davon 13 geschlossen. Keine einzige dieser Zweigstellen wird den Betrieb wieder aufnehmen. Die Filialpräsenz der Hamburger Volksbank wird damit fast halbiert.

Die Zeichen der Zeit erkennen

Für Kunden, die nach Corona auf die Wiedereröffnung “ihrer” Zweigstelle hofften, dürfte das eine Enttäuschung sein. Für genossenschaftliches Institute, bei denen stets Kundennähe und Verankerung vor Ort als hohes Gut gilt, bedeutet ein solcher “Kahlschlag” einen ungewöhnlichen Schritt. Allerdings gehört auch hier der Zweigstellenabbau seit Jahren zur Geschäftspolitik. Wegen der dezentralen Strukturen geht der Abschmelzungsprozess aber langsamer voran als im privaten Bankgewerbe.

Corona als willkommene Gelegenheit für den Filialtod? Der Vorstandssprecher der Hamburger Volksbank streitet das ab. Bereits vor dem Lockdown habe es entsprechende Pläne gegeben, sie würden jetzt nur umgesetzt. Das Institut reagiere damit auf die Zeichen der Zeit. 77 Prozent der Kunden könnten das Bankgeschäft online abwickeln und für den Rest reiche ein ausgedünntes Filialnetz aus. Die verbleibenden Zweigstellen sollen modernisiert werden und man will die virtuelle Kommunikation mit Kunden ausbauen.

Filialen als Belastung

Die immer noch vergleichsweise dichte Filialpräsenz belastet Volks- und Raiffeisenbanken nachhaltig, ebenso Sparkassen. Sie produziert hohe Sach- und Personalkosten, denen unzureichenden Erträge gegenüberstehen. Schließungen sind die logische Konsequenz und hängen im Fall Hamburger Volksbank wohl auch mit der kurzfristig gescheiterten Fusion mit der Volksbank Lübeck zusammen. Hoffnungen auf Synergien durch den Zusammenschluss haben sich zerschlagen. Dafür wird jetzt bei den Filialen gespart.

 

Bildmaterial: photografee/Fotolia

 

 
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