Leitzins weiterhin null Prozent

Ökonomen hatten von der letzten EZB-Konferenz nichts anderes erwartet. Der Leitzins bleibt weiterhin bei null, Banken müssen nach wie vor auf Zentralbankeinlagen Strafzinsen entrichten und die Anleihekäufe werden nur langsam zurückgefahren.


Keine Hoffnung für deutsche Sparer

Angesichts durchwachsener Wirtschaftsdaten und politischer Risiken hält die Europäische Zentralbank am bisherigen Kurs weitgehend fest. EZB-Chef Mario Draghi sieht zwar eine gewisse wirtschaftliche Erholung bei schwindender Deflationsgefahr, er will aber die derzeitige Geldpolitik zugunsten der Preisentwicklung weiter fortsetzen. Für die Sparer in Deutschland bedeutet dies gleichbleibend niedrige Zinsen auf klassische Bankeinlagen. Das Szenario zwingt zu neuen Wegen bei der privaten Altersvorsorge.

Experten warnen vor gefährlichen Nebenwirkungen

Dass die EZB vor den Stichwahlen in Frankreich ihre Geldpolitik ändert, wurde von den Fachleuten zwar nicht erwartet. Gleichwohl drängen sie im Anschluss an die französische Präsidentenwahl, bei der Macron als Favorit gehandelt wird, auf umfassende Änderungen. Aus der Sicht des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) können Negativzinsen und Anleihekäufe mittelfristig die Konjunkturentwicklung unterstützen. Auf lange Sicht gefährden nicht zu unterschätzende Nebenwirkungen jedoch zunehmend die Stabilität der europäischen Banken. Die Europäische Zentralbank zeigt sich davon wenig berührt und will das Anleihekaufprogramm bis zum Jahresende fortsetzen.

Destabilisiert die Europäische Zentralbank die Geldhäuser Europas?

Da vor allem im Süden der EU die Konjunktur weiterhin schwächelt und zudem die Inflation im ganzen Währungsraum nicht anspringen will, hat die EZB die Geldschleusen weit geöffnet. Seit zwei Jahren kaufen die Zentralbanker jeden Monat für 80 Milliarden Euro Anleihen von Staaten und Unternehmen auf. Der Wert soll zwar ab April auf 60 Milliarden zurückgefahren werden, das Programm an sich wird jedoch mindestens bis Ende 2017 weitergeführt.

Mit dem negativen Einlagenzins schwäche Draghi vor allem die Banken Europas, denn der habe die gleichen Auswirkungen wie eine Sondersteuer, so klagen Experten aus der Finanzbranche. Die Geldpolitik der EZB beschert Immobilienkäufern zwar billige Darlehen und dem Institut selbst monatliche Einnahmen in Höhe von 500 Millionen Euro. Auf der Strecke bleiben jedoch die deutschen Sparer, denen angesichts minimaler Zinsen der Vermögensaufbau nur noch mit alternativen Geldanlagen gelingt.

Bildmaterial: phongphan5922©/Fotolia

 
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