Margen werden kleiner

Seit Jahren leiden Banken unter zu geringen Margen bei der Kreditvergabe an Unternehmen und Privatkunden. Die unbefriedigende Entwicklung wird durch die Niedrigzinspolitik der EZB verursacht und durch scharfen Wettbewerb intensiviert.


Wettbewerb drückt auf die Margen

Der digitale Wandel hat den Bankensektor um sehr unterschiedliche Mitbewerber bereichert. Technisch versierte Finanzdienstleister nehmen den klassischen Instituten ebenso spürbar Kunden ab wie Onlinebanken und Technologiekonzerne. Der Konkurrenzdruck macht sich vor allem beim Zahlungsverkehr und der Kontoführung sowie im Geschäft mit Unternehmenskunden bemerkbar, weniger jedoch bei den Einlagen. Traditionelle Banken bieten überwiegend identische Produktportfolios und können seitens der Angebote keine Alleinstellungsmerkmale nutzen. Der Wettbewerb findet ausschließlich über Konditionen und zulasten der Margen statt.

Begrenztes Wachstumspotenzial

Unternehmen und Banken versuchen, schwindenden Margen mit höheren Geschäftsvolumen zu begegnen. Beide stoßen hierbei jedoch an natürliche Wachstumsgrenzen. Jeder Markt gibt nur bestimmte Mengen an potenziellen Kunden her, daher sind die zum Ausgleich benötigten Volumen nicht zu generieren. Banken konnten zwar ihre Kunden im Einlagengeschäft weitgehend halten, sie verloren aber bei der Kreditvergabe viele Interessenten an genossenschaftlich aufgestellte Mitbewerber, regional aktive Institute und Sparkassen. Weitere Marktanteile werden ihnen durch ausländische Häuser mit Niederlassungen vor Ort sowie digitale Finanzdienstleister streitig gemacht. Vor allem Unternehmen neigen mittlerweile eher zur Kreditaufnahme bei ausländischen Banken, die mit weniger Bürokratie und besseren Konditionen überzeugen.

Zunächst keine Entspannung bei wieder steigenden Zinsen

Obwohl die EZB bislang keinen Kurswechsel bei der Geldpolitik angekündigt hat, denken viele Institute an deutlich ansteigende Zinsen. Die bringen jedoch vor der erwünschten Entlastung höhere Refinanzierungskosten bei überwiegend kurzfristigen Einlagen mit sich. Bei langfristigen Kreditgeschäften sind die Zinsen auf viele Jahre festgeschrieben, die Zinserträge in diesem Bereich dürften sich nur ganz langsam erholen. Das bedeutet für die kommerziellen Häuser weiteren Druck auf die Margen und ein sich verschärfender Wettbewerb mit den Onlinebanken. Erst über längere Zeit könnten steigende Zinsen den Druck von den Margen nehmen.

Bildmaterial: photographee@fotolia

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