Millionen Kunden verlassen die Großbanken

Die Bankenszene in Deutschland vollzieht gerade einen radikalen Wandel. Während es vor einigen Jahren noch selbstverständlich war, dass fast jeder ein Konto bei den großen Banken in Deutschland hatte, steigen immer mehr Privatkunden auf kleinere und vor allem günstigere Alternativbanken um. Wir schauen uns in diesem Artikel die Gründe dafür an und welche Auswirkungen das Kundenverhalten für den gesamten Bankensektor hat.


Warum die Banken so zu kämpfen haben

Der Stellenabbau ist in vollem Gange. Wer regelmäßig die Wirtschaftsnachrichten verfolgt, der hat sicher schon öfter von Bankenfusionen, Filialabbau und Konsolidierung gelesen. Warum können große Geldhäuser, die über viel Einfluss, Kapital und Mittel verfügen, diesem Trend nicht entgegenwirken? Die Antwort ist ganz einfach. Die meisten großen Banken haben die Trends der Digitalisierung und der unabhängigen Beratung im Private Banking und Wealth Management schlichtweg verpasst. Dank dem Internet und seinen unendlichen Informationen und Vergleichsmöglichkeiten, wenden sich immer mehr Kunden von den klassischen Bankdienstleistungen ab. Die Zeiten, in denen ein Kunde all seine Finanzprodukte bei einem Anbieter und seinem Partner hat, sind vorbei. Viele Bankfilialen haben ihre Öffnungszeiten bereits drastisch gekürzt, um Kosten für das permanent unterbeschäftigte Personal einzusparen. Ohne Beratungen und Verkauf bringt ein Bankangestellter seinem Arbeitgeber keinen Mehrwert. Aber auch die Kontodienstleistungen werden immer weniger nachgefragt. Aufgrund der Niedrigzinspolitik sind immer mehr große Banken gezwungen, Gebühren für alle möglichen Dienstleistungen zu erheben, um die hohen Fixkosten für die großen Filialen und Mitarbeiter zu decken. Moderne und dynamische Finanzunternehmen mit schlanken Kostenstrukturen bieten dem Kunden eine ähnlich gute oder sogar bessere Dienstleistung, obwohl sie nur sehr geringe oder keine Gebühren verlangen. Da es momentan so aussieht, als würden die Zinsen in den kommenden Jahren weiterhin niedrig bleiben, haben die Banken keine andere Wahl als die drastische Senkung der Fixkosten und die Erhöhung der Preise für Kontodienstleistungen. Diese Verhalten vertreibt aber vor allem junge Kunden, die ohnehin sehr affin für digitalisierte Lösungen und Unternehmen sind.

Wie wird der Bankensektor sich in Zukunft verändern?

Natürlich kann niemand in die Zukunft sehen, aber der Trend für große Banken und Geldhäuser zeigt auch für die kommenden Jahre abwärts. Immer mehr Menschen der Generation Z kommen jetzt ins geschäftsfähige Alter. Diese Generation ist vollkommen digital aufgewachsen und wird sich noch leichter damit tun, vollständig auf klassische Bankdienstleistungen zu verzichten. Die gut qualifizierten Angestellten der Bank bekommen diesen Trend natürlich auch mit und wissen genau, dass ihr Arbeitsplatz der nächste sein könnte, welcher der radikalen Trendwende zum Opfer fällt. Immer mehr Bankberater aus den Bereichen Private Banking und Wealth Management machen sich deshalb selbstständig und suchen nach alternativen Partnerfirmen, die ihnen ein modernes, digitales und unabhängiges Beratungskonzept zur Verfügung stellen. Für die Banken ist das gleich doppelt bitter. Sie werden nicht nur ihre besten Mitarbeiter, die möglicherweise noch am meisten Umsatz erwirtschaftet haben, verlieren, sondern diese Mitarbeiter werden gleichzeitig auch noch die besten Kunden mitnehmen. Gerade wohlhabende Kunden, die wissen wie man mit Geld umgeht und viel davon besitzen, sind immer offen für Optimierungen und Verbesserungen ihrer Investments. Da die großen Banken nicht die Möglichkeiten der unabhängigen Beratung bieten können, werden sie mit den Angeboten ihrer ehemaligen Mitarbeiter nicht konkurrieren können.

Wie könnte das Banking der Zukunft aussehen?

Wenn sich der momentane Trend weiterhin fortsetzt, kann sich bei den Groß- und Privatbanken die jetzt schon schwere Situation zu der nächsten großen Krise ausweiten. Kunden meiden nicht mehr nur die Bankfilialen, sondern das ganze Institut an sich. Seit einigen Jahren tauchen fast im Monatsrhythmus neue und innovative Finanzunternehmen auf, die nicht versuchen das ganze Paket abzudecken, sondern sich auf eine spezielle Dienstleistung konzentrieren und diese perfektionieren. Es ist gut möglich, dass die Menschen in Zukunft eben nicht mehr alles bei der Hausbank abschließen und betreuen lassen, sondern zehn Versicherungen bei acht unterschiedlichen Gesellschaften haben, das Konto bei der Online-Bank führen, das Spargeld für die Kinder über einen Robo Advisor abwickeln und ihre Depots und die Altersvorsorge von bankenunabhängigen Vermögensberatern überwachen lassen.

Bildmaterial: pixabay

 
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