Bild eines Professors vor einer Tafel mit Formeln

Deutschland ist immer noch “overbanked”

Als “overbanked” wird ein Land mit einer zu hohen Bankendichte bezeichnet. Mit 1783 Instituten und fast 28.000 Bankfilialen Ende 2018 kann Deutschland diese Bezeichnung für sich in Anspruch nehmen. Auch wenn zwischenzeitlich manche Fusionen vollzogen und weitere Filialen geschlossen wurden, am Grundtatbestand ändert das nichts.


Zur “Ehrenrettung” der Branche ist allerdings zu sagen, dass die hohe Zahl der selbständigen Banken wesentlich mit den dezentralen Verbundstrukturen der Sparkassen und der Volks- und Raiffeisenbanken zusammenhängt. Deren Institute sind überwiegend im regionalen Rahmen tätig und machen sich untereinander nur bedingt Konkurrenz. Und die hohe Filialdichte galt lange als Vorteil, weil man nah am Kunden war.

Personalabbau geht weiter

Im digitalen Zeitalter verliert dies aber an Bedeutung, weil viele Kunden ihre Bankgeschäfte online abwickeln. Im Gegenteil: die Filialen sind zunehmend ein Klotz am Bein, der Kosten verursacht und zu wenig Erträge bringt. Filialschließungen sind die logische Konsequenz und längst nicht mehr nur auf die Großbanken beschränkt. Wo eine Filiale wegfällt, wird auch kein Personal mehr benötigt. Aber nicht nur bei den Filialen wird gespart. Auch im Hintergrund – dem sogenannten Backoffice – fallen Stellen weg. Prozesse werden automatisiert und verschlankt. Der durch die anhaltenden Niedrigzinsen verschärfte Kostendruck zwingt dazu.

Die Deutsche Bank hat angekündigt, bis 2022 18.000 Jobs abbauen zu wollen. Die Commerzbank will bis zum Ende des Jahres 4.300 Stellen streichen, allerdings an anderer Stelle auch 2.000 neue schaffen – bleibt immer noch ein Minus von 2.300 Positionen. In den Verbünden ist die Entwicklung weniger transparent, da hier jedes Institut selbständig über seine Personalpolitik entscheidet. Aber auch hier dürfte das Personal weiter reduziert werden.

Alternativen sind gefragt

Anders als in früheren Zeiten ist die Beschäftigung bei einem Kreditinstitut also längst keine “sichere Bank” mehr. Zeit für manchen Bankmitarbeiter, sich nach Alternativen umzusehen. Eine berufliche Selbständigkeit als unabhängiger Finanzberater bietet interessante Möglichkeiten.

Bildmaterial: Burlingham/Fotolia

 
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