Möglichst arme Fondsmanager suchen

Auf aktive Fonds ausgerichtete Privatanleger sollten sich einen Fondsmanager aus vergleichsweise bescheidenen Verhältnissen suchen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, welche die Auswirkung von sozioökonomischer Herkunft auf den Anlageerfolg untersucht hat.


Fondsmanager im Fokus internationaler Akademiker

Wissenschaftler australischer und amerikanischer Universitäten haben in einer gemeinsamen Studie festgestellt, dass aus vermögenden Elternhäusern stammende Fondsmanager deutlich schlechtere Anlageerfolge erzielen als Manager mit finanziell bescheidenem Hintergrund. Der Grund wird in höheren Einstiegshürden in die Branche der Vermögensverwaltung gesehen. Arm geborene Manager kommen nur mit bestmöglicher Qualifikation und erhöhter Leistungsbereitschaft zum Erfolg.

Daraus schließen die Forscher, dass aus reichem Elternhaus stammende Manager von vorhandenem Vermögen und geerbtem Status profitieren. Sie genießen Ausbildungen an exzellenten Privatschulen und Universitäten, im Anschluss sind sie beruflich perfekt vernetzt.

Wer hingegen öffentliche Schulen besuchte und beim Studium auf Stipendien angewiesen war, muss für eine Chance auf Karriere mit Höchstleistungen auffallen.

Mehrheitlich Fondsmanager aus der Oberschicht

Bei den in der Studie untersuchten Managern handelt es sich überwiegend um Personen aus reichen Elternhäusern mit entsprechend erstklassiger Ausbildung. Die Väter verfügten über hohe Einkommen und hatten zuvor überdurchschnittliche Universitäten besucht. Zudem wuchsen die Manager in Häusern auf, die sich seitens des Werts deutlich vom regionalen Durchschnitt abhoben.

Das exclusive Umfeld schlug sich in der Studie jedoch nicht in dementsprechenden Anlageerfolgen nieder. Fondsmanager aus der Oberschicht erzielten deutlich schlechtere Ergebnisse als ihre Mitbewerber, deren Kindheit von ärmlichen Verhältnissen geprägt war.

Studie mit veralteten Daten

Aus Gründen der Datenverfügbarkeit beschränkten sich die Untersuchungen der Wissenschaftler auf Fondsmanager mit Geburtsjahren vor 1946. Ein weiteres Problem ergibt sich aus der Tatsache, dass es kaum Informationen über den familiären Hintergrund von Fondsmanagern gibt. Gleichwohl möchte die akademische Untersuchung als Hilfestellung für Anleger verstanden werden. Sie zielt auf Investoren in aktiv gemanagte Fonds ab und will bei der Auswahl des Managements helfen. Falls die Studie an den Finanzmärkten auf Interesse stößt, könnten die Fondsbroschüren der Zukunft um hilfreiche Anlegerinformationen bereichert werden.

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