Norwegens Staatsfonds

Norwegens Staatsfonds ist mit einem Volumen von 800 Milliarden Euro der weltweit größte Fonds. Er erzielte im dritten Quartal 2016 einen Gewinn von knapp 27 Milliarden Euro, nun soll der Aktienanteil steigen.


Aktuelle Rendite bei vier Prozent

Die Entscheidungsträger könnten angesichts der Entwicklung von Norwegens Staatsfonds zufrieden sein. Denn noch im ersten Quartal lag die Rendite angesichts eines Verlustes von 9.2 Milliarden Euro bei minus 0.6 Prozent. Da die Gewinne jedoch gehalten werden oder weiter steigen sollen, ist eine Erhöhung des Aktienanteils auf 70 Prozent geplant. Dies ist einem Bericht der norwegischen Regierung zu entnehmen.

Akzeptables Risiko

Sollte die Entscheidung getroffen werden, wäre sie für die globalen Aktienmärkte von erheblicher Bedeutung, denn Norwegens Staatsfonds zählt weltweit zu den größten Aktionären. Dem Fonds gehören rund vier Prozent der DAX-Konzerne, zudem ist er mit 2.4 Prozent an den europäischen Unternehmen beziehungsweise mit 1.3 Prozent an allen börsennotierten Firmen der Welt beteiligt.

Der Staatsfonds finanziert sich durch die Erlöse von Erdölverkäufen und investiert derzeit gut 60 Prozent der Zuflüsse in Aktien, 3.1 Prozent in Immobilien und 36.3 Prozent in Anleihen. Vor neun Jahren lag der Aktienanteil von Norwegens Staatsfonds noch bei 40 Prozent. Den Entscheidern ist das mit steigendem Aktienanteil verbundene Risiko bewusst, es wird aber aufgrund niedrigster Anleiherenditen in Kauf genommen.

Umstrittene Erhöhung

Ob der Aktienanteil von Norwegens Staatsfonds wie geplant auf 70 Prozent erhöht wird, will die Regierung erst im kommenden Frühjahr und nach gründlichem Studium des Berichts entscheiden. Die Verzögerung führt indes zu Spekulationen, einige Beobachter gehen von uneinigen Entscheidungsträgern aus.

In der Tat gibt es Experten, die zu einer niedrigeren Aktienquote raten, weil damit die Planungssicherheit der Regierung erhöht würde. Norwegens Staatsfonds trägt mit seinem Vermögen jährlich drei bis vier Prozent zum Staatshaushalt bei. Bei gleichbleibendem oder sinkendem Aktienanteil würde die Rendite langfristig auf etwas mehr als zwei Prozent fallen. Im Ergebnis entstünden im norwegischen Haushalt kaum zu schließende Lücken.

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