Online- vs. Offline-Kunde

Welche Kunden sind für Banken attraktiver? Die in Filialen ihre Finanzangelegenheiten erledigen oder die eher online agieren? Prozentual erfasst sind beide Gruppen nahezu gleich stark vertreten, doch gibt es Unterschiede.


Der digitale Wandel wird nicht von allen Bankkunden angenommen

Immer noch bevorzugt fast jeder zweite Kunde in Finanzfragen die persönliche Beratung in einer Filiale. Kostenbewusste und online-affine Bankkunden lassen sich von den Preisstrukturen der Direktbanken überzeugen. Ihnen reicht die Beratung im Chat oder per Telefon. Auf den ersten Blick scheint das Szenario ausgewogen, doch welche Gruppe ist für die Institute wirtschaftlich attraktiver? Eine aktuelle Studie gibt Aufschluss.

Online versus Offline

Die Besucher von Filialen sind der Studie entsprechend zu mehr als 40 Prozent über 50 Jahre alt. Online aktive Bankkunden befinden sich überwiegend in der Altersgruppe zwischen 30 und 50 Jahren. Es handelt sich dabei um Menschen mit schnell wachsenden Gehältern, die Familien planen, Geld anlegen und Immobilien erwerben. Für die Banken sind diese Personen aus vielerlei Gründen die interessanteren Klienten, weil sie laut Statistiken mehr verdienen und ausgeben. Und sie neigen eher als die Älteren zu Investitionen in Aktien oder ähnliche Wertpapiere. Gleichzeitig sind sie jedoch weniger treu, schauen genau auf die Gebühren und wechseln oft wegen geringer Preisunterschiede den Anbieter.

Wie klassische Banken für beide Gruppen attraktiv sein können

Die Institute sollten die Wünsche aller Kunden wahrnehmen und für jeden die geeignete Lösung bieten. Dazu gehört eine funktionsfähige Plattform für die Online-Klientel und ebenso die Filiale für Kunden, die persönliche Beratung wünschen. In Zeiten digitaler Kontoführung dürfte es keine Schwierigkeiten bereiten, allen Kunden kostenfreie Girokonten anzubieten. Jedem Kunden sollte es möglich sein, in seiner Hausbank nach Belieben vom Online-Modus in die Filiale zu wechseln oder umgekehrt. Mit dieser Strategie fühlt sich jeder Kunde respektiert und gut behandelt. Dass die Vorgehensweise realisierbar ist und für alle Beteiligten zum Erfolg führt, zeigen derzeit die Volks- und Raiffeisenbanken.

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