Problemfelder der Sparkassen in 2020

Mit etwas weniger als 400 Instituten und circa 200.000 Mitarbeitern sind die Sparkassen nach wie vor eine tragende Säule der deutschen Kreditwirtschaft. Zählt man den Sparkassenverbund mit Landesbanken und zahlreichen Verbundinstituten zusammen, können sich Deutsche Bank oder Commerzbank daran nicht messen – ein stiller Gigant, der wie auch andere Kreditinstitute 2020 unter schwierigen Rahmenbedingungen agieren muss.


Ein Hauptproblemfeld sind 2020 die weiterhin niedrigen Zinsen. Sie belasten das zinsabhängige Geschäft – den Kern des Sparkassen-Geschäftes – nachhaltig. Eine Zinswende ist auch dieses Jahr nicht in Sicht. Die EZB unter ihrer neuen Präsidentin Lagarde wird die Geldpolitik Mario Draghis fortsetzen, solange die Wirtschaft mäßig wächst, die Inflation niedrig bleibt und andere wichtige Notenbanken ähnlich verfahren.

Wenig Fusionen, Filialsterben geht weiter

Angesichts dieser Lage müssen die Institute weiterhin auf die Kostenbremse drücken. Vor allem beim Filialnetz dürfte gespart werden. Mit mehr als 9.000 Zweigstellen verfügen die Sparkassen immer noch über das dichteste Zweigstellen-Netz in Deutschland. Doch das Filialsterben wird auch 2020 weitergehen. Innerhalb von zehn Jahren sind rund 30 Prozent der Zweigstellen verschwunden, dieser Prozess ist nicht zu Ende. Ihm folgt ein weiterer Personalabbau. Die Zahl der Sparkassen selbst dürfte in etwa gleich bleiben. Potentiale durch Fusionen sind schon weitgehend ausgeschöpft. In diesem Jahr wird man daher nur vereinzelt Sparkassen-Zusammenschlüsse sehen. Spannender ist die Frage, ob es in der Landesbanken-Landschaft Bewegung gibt.

Modernisierung und Digitalisierung

Aber Kostensparen darf nicht die einzige Antwort auf die Zinssituation sein. Auch die Sparkassen sind gefordert, ihr Geschäftsmodell zu modernisieren und sich Geschäftsfelder zu erschließen, wo alte wegbrechen und durch neue Konkurrenz bedroht sind. Die Digitalisierung erfordert von den Sparkassen erhebliche Investitionen, um nicht den Anschluss an die technische Entwicklung zu verlieren. Verbünde wie die Sparkassenorganisation reagieren meist recht träge und mit Zeitverzögerung auf neue Herausforderungen. In einer Zeit eines beschleunigten Wandels kann man sich das immer weniger leisten.

Bildmaterial: momius-Fotolia

 
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