Rentenniveau sinkt weiter

Neuesten Berechnungen der Bundesregierung entsprechend sinkt das Rentenniveau bis 2045 auf voraussichtlich 41.6 Prozent. Der Grund: Zunehmend vielen Rentnern stehen immer weniger Beitragszahler gegenüber. Reformen sollen der Entwicklung Einhalt gebieten.


Geltendes Recht spricht gegen sinkendes Rentenniveau

Das derzeitige Sicherungsniveau liegt bei 47.8 Prozent und dürfte bis zum Jahr 2035 auf einen Wert unterhalb von 43 Prozent fallen. Nach aktueller Rechtslage muss ein Berufstätiger jedoch mit mindestens 43 Prozent seines Durchschnittseinkommens rechnen können, wenn er bis 2030 in Rente geht. Die Gesetzgebung zwingt Andrea Nahles (SPD) als Sozialministerin zur Aktivität. Sie kündigte bereits für den November die Vorlage eines neuen Rentenkonzepts mit “Haltelinie” an.

Das Rentenniveau kann nicht erhöht werden

Angesichts der aktuellen Zahlen wurden bereits Forderungen laut, die Rentenhöhe über steigende Beiträge zu sichern. Dem widerspricht der in Freiburg lehrende Professor Dr. Bernd Raffelhüschen energisch. Aus seiner Sicht würden selbst bei einer Beibehaltung des heutigen Rentenniveaus die künftigen Beitragszahler unzumutbar belastet, eine Rückkehr zu früheren Niveaus hält der Rentenexperte für ausgeschlossen. Die Rentenbeiträge werden bis 2040 auf 27 Prozent des Einkommens steigen, um Rentner zu finanzieren, die selbst nur 20 Prozent entrichtet hätten, so der Professor.

Die jetzigen Rentner seien für sinkende Renten selbst verantwortlich

Das Rentensystem ist für den Experten ein Generationenvertrag, bei welchem die Babyboomer der 70er versäumt hätten, für ausreichenden Nachwuchs zu sorgen. Dass die Berufswelt seit Jahrzehnten dazu wenig Chancen geboten hat, will Raffelhüschen nicht gelten lassen. Er plädiert für auf lange Sicht konstante Beiträge, wobei das Rentenniveau an die Fruchtbarkeit der jeweiligen Generation angepasst werden sollte.

Umbau der Rentenversicherung?

Ein akzeptables Rentenniveau muss finanzierbar sein, sagte der SPD-Rentenexperte Lauterbach bei einer Diskussion mit Professor Raffelhüschen. Dies funktioniere nicht über ein späteres Renteneintrittsalter, sondern nur unter den Prinzipien Parität und Solidarität. Dementsprechend müsse das Ziel eine Erwerbstätigenversicherung sein, in welche auch Selbstständige, Freiberufler, Beamte und Abgeordnete einzahlen.

Bei der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) wird davon ausgegangen, dass die Warnung vor sinkendem Rentenniveau grundlos ist. Die Renten würden lediglich nicht mehr ganz so stark wie die Gehälter steigen.

Bildmaterial: ©fotolyse/Fotolia

 
Deutscher Poolpreis 2019 – and the Winner is Netfonds!
 

DER FONDS professionell KONGRESS

Nehmen Sie Kontakt mit uns auf. kontakt@nfs-netfonds.de oder Kontaktformular.
Sie erreichen uns von
09:00 - 18:00 Uhr unter der:

040 8222 67 -240