Santander streicht 600 Stellen

Die in Spanien beheimatete Großbank Santander will in Deutschland 100 Filialen schließen und 600 Mitarbeiter freisetzen. Das Geldhaus begegnet damit den Herausforderungen im deutschen Bankenwesen und möchte mehr Effizienz erreichen.


Santander setzt auf Digitalisierung

Das spanische Bankhaus erwartet offenbar im deutschen Bankgeschäft harte Zeiten. Um dafür gerüstet zu sein, sollen in den kommenden Jahren 350 Vertriebsmitarbeiter ihre Arbeitsplätze verlieren und 100 Niederlassungen geschlossen werden. Effizienzgewinne erwartet sich das Geldhaus durch Digitalisierungsprojekte, in deren Folge weitere 250 Banker ihre Jobs aufgeben müssen. Im Rahmen des Umbaus sollen Steuerung und Hauptverwaltung nach Mönchengladbach verlegt werden, am Standort Frankfurt verbleibt demnach lediglich das Geschäfts- und Unternehmensbanking mitsamt dazu gehörendem Risikomanagement. Von den 600 zur Disposition stehenden Jobs fallen allein in Frankfurt 150 weg.

Völlig neuer Auftritt

Seitdem Santander das Privatkundengeschäft der schwedischen SEB übernommen hat, präsentiert sich das Geldhaus in Deutschland als Verbraucherbank, Filialbank und Direktbank mit jeweils eigenständigen Marken. Nach der jetzt beginnenden Zusammenlegung wird daraus im kommenden Jahr ein schlanker Markenauftritt als Institut mit alleinigem Namen “Santander”. Die Bank strebt damit langfristig positive und nachhaltige Entwicklung an. Ziel ist die Wandlung zu einem auf allen Kanälen präsentem Institut, welches vielfältige Kundenbeziehungen eingeht und optimale Konditionen für Mitarbeiter anbietet.

Kundenbindung durch Fernberatung

Die Santander Bank stellt heraus, dass der künftige Wandel nicht aus wirtschaftlicher Not erfolgt und verweist auf die optimalen Ergebnisse des Vorjahres. Es sei vielmehr die herausragende Stärke des Instituts, welche den auf die Zukunft ausgerichteten Prozess möglich mache. Konkret dürfen Kunden von einem einheitlichen Vertriebsnetz eine analoge Produktpalette erwarten. Santander will zudem mit strafferer Organisation Bestandskunden halten und Neukunden gewinnen. Dazu sollen die Angebote im Segment Beratung verstärkt auf das Internet ausgeweitet werden und per Videocall erfolgen. Im kommenden Jahr will Santander erstmals mit Fernberatung (Remote Advisory) Kunden binden. Derzeit bemüht sich das Bankhaus zusammen mit Arbeitnehmervertretern bei anstehenden Kündigungen um sozial verträgliche Lösungen.

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