Seit Juni 2014 fordert die EZB Zinsen

Seit Juni 2014 erhebt die EZB auch vom deutschen Bankenwesen negative Zinsen auf Gelder, die bei der Europäischen Zentralbank deponiert werden. Allein 2016 mussten die heimischen Institute dafür über eine Milliarde Euro bezahlen.


Viermal so hohe Zinsbelastung wie im Vorjahr

Der Negativzins wird nicht nur in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert, er ist zudem eine starke finanzielle Belastung für die deutschen Geldhäuser. Wie die Deutsche Bundesbank mitteilte, lag die 2016 entrichtete Summe bei 1.13 Milliarden Euro. Im Jahr davor mussten die Institute Deutschlands mit knapp 250 Millionen Euro nur 25 Prozent der für 2016 ermittelten Größenordnung überweisen.

Banken können mit der Belastung nur schwer fertig werden. Ihr Kerngeschäft ist immer noch, aus den gering verzinsten Spareinlagen Kredite mit höheren Zinssätzen zu generieren und von der Differenz sämtliche Kosten zu decken. Da der Unterschied derzeit sehr klein ausfällt, empfinden die Institute die Negativzinsen als enorme Bürde.

Banken lagern zunehmend größere Summen bei der EZB

Negative Zinssätze werden von der Europäischen Zentralbank seit Juni 2014 verlangt, im März 2016 erhöhte die EZB den Negativzins auf minus 0.4 Prozent. Als Ziel gibt die Zentralbank an, die europäischen Geldhäuser zu umfangreicherer Kreditvergabe motivieren zu wollen. Gleichzeitig tun sich die Häuser gerade damit aufgrund der MiFID-Richtlinien sehr schwer und deponieren die Gelder lieber bei der EZB. Die bei der Zentralbank eingelagerten Summen wachsen sogar kontinuierlich an, denn mit dem Ankauf von Wertpapieren in großen Mengen treibt die EZB die institutionellen Guthaben selbst in die Höhe.

Auf der Suche nach kostengünstigen Lösungen

Viele Institute geben die negativen Zinsen an Geschäftskunden weiter, einige wenige versuchen dabei auch, Privatkunden einzubeziehen. Andere Häuser lagern ihre Liquidität kostenaufwendig im Tresor.

Die von der EZB vereinnahmten Negativzinsen werden laut Angaben der Bundesbank an die nationalen Zentralbanken überstellt. Verteilungsschlüssel ist hierbei der jeweilige Kapitalanteil. Da dieser Anteil bei der Deutschen Bundesbank gut 25 Prozent beträgt, erklärt sich, warum das Institut in den Negativzinsen eine verkraftbare Belastung sieht.

Bildmaterial: ©weyo/Fotolia

 
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