Servicepauschalen bei Bausparkassen

Mit Servicepauschalen reagieren die Bausparkassen auf anhaltend niedrige Zinsen und steigende Regulierungskosten. Das verärgert zahlreiche Kunden, weil die Kassen vor Einführung der Kontoführungsgebühren bereits hochverzinste Altverträge kündigten, der Unmut wächst.


Zinsflaute und regulatorische Kosten zwingen zur Servicepauschale

So steht es sinngemäß in den Briefen, die derzeit Kunden mehrerer Bausparkassen in ihren Briefkästen vorfinden. Betroffen sind unter anderem Bausparer der Anbieter Signal Iduna, Debeka und LBS Bayern. Die Schreiben sind gezielt an Inhaber von Altverträgen gerichtet, die ihre Vereinbarungen nicht für die Anschaffung von Immobilien nutzen. Denen kündigen Debeka und Co jährliche Servicepauschalen in Höhe von 12 bis 24 Euro an. Als Gründe werden die anhaltenden Niedrigzinsen und steigende Regulierungskosten genannt.

Verbraucherschützer raten zum Widerspruch

Sie verweisen auf den Aspekt, dass die Bausparkassen Servicepauschalen nur berechnen könnten, wenn sie davor ihre allgemeinen Geschäftsbedingungen ändern. Geschieht dies jedoch während des laufenden Vertragsverhältnisses, sollten Bausparer sofort Widerspruch einlegen, damit würde die Pauschale entfallen.

Bausparkassen stecken jedoch ebenso wie andere Institute in der Zinsfalle und kämpfen gleichzeitig gegen steigende Kosten. Vergleichsweise üppig verzinste Altverträge belasten die Kassen, weil sie als Geldanlage und nicht wie vorgesehen zum Bau oder Erwerb einer Immobile verwendet werden. Wenn die Anbieter bei zuteilungsreifen Verträgen keine Bauspardarlehen vergeben können, müssen sie die Spargelder in risikoarme Festverzinsliche investieren, und die werfen angesichts der EZB-Politik kaum noch nennenswerte Erträge ab. Der einzige Ausweg scheint die Einführung einer Servicepauschale für die Kontoführung.

Auch andere Vorgehensweisen rechtlich umstritten

Viele Bausparkassen verärgerten ihre Kunden mit der Kündigung hochverzinster Altverträge unter bestimmten Voraussetzungen. Das Thema wurde kontrovers diskutiert und soll Ende Februar den Bundesgerichtshof beschäftigen. Ähnlich könnte es auch den Servicepauschalen ergehen, denn einige Juristen halten die Kontoführungsgebühren für nicht gerechtfertigt. Sie meinen, dass laut der aktuellen Rechtsprechung nur Institute Gebühren verlangen dürfen, bei denen die Kontoführung eine Hauptleistung ist. Und das sind aus Sicht der Experten klassische Banken, aber nicht die Bausparkassen. Bis bei den Servicepauschalen ein Gericht zu einem verbindlichen Urteil kommt, dürfte es spannend bleiben.

Bildmaterial: weyo©/Fotolia

 
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