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Wem gehört eigentlich die Deutsche Bank?

Die Deutsche Bank steht im Fokus der Europäischen Zentralbank. Den EU-Bankenaufsehern geht es um die Vertrauenswürdigkeit von zwei Großaktionären aus China und Katar. Das Verfahren ist bislang einzigartig und setzt sich über deutsche Bestimmungen hinweg.


Wem gehört die Deutsche Bank?

Die meisten Aktien des Bankhauses befinden sich im Streubesitz, wobei der überwiegende Anteil der Eigner aus Deutschland stammt. Darüber hinaus gibt es vier Großaktionäre:

  • Das US-Unternehmen Black Rock.
  • Die chinesische Hainan Jiaoguan Holding (HNA).
  • Die Paramount Services (britische Jungferninseln).
  • Die Supreme Universal Holdings (Kaiman Inseln).

Hinter den beiden letzten Unternehmen stehen die Herrscher des Golfstaats Katar, die Familie Al-Thani. Die Katarer sind 2014 bei der Deutschen Bank eingestiegen und haben ihre Anteile seither über die beiden Investmentgesellschaften auf zusammen knapp zehn Prozent aufgestockt.

Die HNA ist seit Mai 2017 der größte Anteilseigner der Deutschen Bank, der Mischkonzern hält aktuell 9.9 Prozent. Begonnen haben die Chinesen das Engagement in Deutschland erst vor wenigen Monaten, sie möchten ihren Anteil nicht weiter vergrößern und fokussieren unter anderem den Flughafen Hahn und die HSH Nordbank.

Warum wollen die EZB-Bankenaufseher die beiden Großaktionäre überprüfen?

Wie aus Insiderkreisen verlautet wurde, könnten die Bankenaufseher ein so bezeichnetes Inhaberkontrollverfahren anstrengen, obgleich das deutsche Kreditwesengesetz erst bei Anteilen von mehr als zehn Prozent eine derartige Vorgehensweise vorsieht. Als Grund wird genannt, dass beide Anteilseigner womöglich erheblichen Einfluss auf die Geschicke des Geldhauses ausüben könnten.

Im geplanten Verfahren sollen die Großaktionäre erklären, woher die Mittel für ihre Anteile stammen. Darüber hinaus untersuchen die Bankenaufseher, ob die Anteilseigner in Geldwäsche oder Finanzierung von Terrororganisationen verwickelt sind. Die Finanzaufseher greifen dabei auf eine Ausnahmeregelung zu, welche ein Verfahren auch bei Anteilen von weniger als zehn Prozent erlaubt. Ob es ihnen allerdings gelingen wird, den erheblichen Einfluss beider Aktionäre auf die Deutsche Bank nachzuweisen, ist bislang schwer abzuschätzen. Es könnte aber auch sein, dass die EZB Initiative in Zusammenhang mit der aktuellen Krise um Katar steht.

Bildmaterial: burlingham@fotolia

 
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