Wirecard stürzt wieder ab

Der in Aschheim bei München ansässige Zahlungsdienstleister Wirecard wird in einem Bericht der Financial Times fragwürdige Bilanzierungspraktik vorgeworfen. Trotz sofortigem Widerspruch des DAX-Konzerns stoßen verunsicherte Anleger ihre Wirecard Aktien ab.


33 Prozent Wertverlust

Die Financial Times sorgt seit Januar mit Meldungen über vermeintlich unkorrektes Geschäftsverhalten seitens des DAX-Konzerns für sehr volatilen Kursverlauf. Wirecard reagierte auf die Vorwürfe im Januar mit Strafanzeigen gegen die Reporter der britischen Finanzzeitschrift, unter anderem wegen Marktmanipulation. Seinerzeit stürzte die Aktie um mehr als 40 Prozent ab. Wirecard macht für die entstandenen Verluste die Financial Times verantwortlich, es läuft eine Zivilklage auf Schadensersatz gegen die Zeitschrift. Die Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin verbot nach den Vorkommnissen im Januar alle Leerverkäufe für zwei Monate und erstattete ebenfalls Strafanzeige wegen Marktmanipulation gegen die Financial Times.

Vor wenigen Tagen veröffentlichte die Zeitschrift erneut vermeintlich belastendes Material in einem Bericht und sorgte damit für einen weiteren Kurabsturz um 33 Prozent. Wie der Konzern auf diesen neuerlichen Angriff reagieren wird, ist noch unklar.

Falsche und irreführende Behauptungen

So bezeichnete Wirecard in einem ersten Kommentar die Anschuldigungen der Financial Times. Zudem wurde erklärt, dass der Autor dieser Zusammenstellung seine Behauptungen in vorhergehenden Artikeln bereits aufgestellt hatte und vollständig wiederlegt wurde. In der Tat hat die Financial Times nichts Handfestes vorzuweisen. Sie beruft sich auf E-Mails, Chat-Aufzeichnungen und Excel-Tabellen, die allerdings jeder anfertigen oder manipulieren kann. In beiden Meldungen wird Bilanzfälschung gemutmaßt, illegales Geschäftsgebaren behauptet und zweifelhafte Buchhaltung unterstellt. Für keine der Anschuldigungen kann die Zeitung konkrete Beweise vorlegen, außer einige Papiere, die jeder Internetaffine selbst verfassen könnte.

Mit Fakten kann allerdings Wirecard aufwarten, denn der Jahresabschuss für 2018 wurde im Frühjahr geprüft und ohne Einschränkungen testiert. Der Aktienkurs stieg bis Mitte September auf etwa 90 Prozent des Januar-Wertes und verlor laut Chart vom 18. Oktober 2019 erneut 33 Prozent. Irgendjemand möchte offensichtlich die ehrgeizigen Pläne des Konzernchefs M. Braun durchkreuzen. Dessen Visionen zufolge sollen die Umsätze von Wirecard bis 2025 um knapp 500 Prozent steigen.

Bildmaterial: eyetronic-fotolia

 
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